Heute konnte ich Augenzeuge bei der Urteilsverkündung im Mordfall Rouven Laur in Stuttgart-Stammheim sein. Die Richter verurteilten den Mörder Suleiman Ataee zu einer lebenslänglichen Haftstrafe. Das Gericht sah auch die besondere Schuld des Afghanen als erwiesen an. Damit ist eine nach einer Prüfung mögliche Umwandlung der Restdauer der Strafe in eine Bewährungsstrafe nach 15 Jahren Haft ausgeschlossen. Der Senat sah auch eine Tötungsabsicht als erwiesen an. Rouven Laur sei nicht ermordet worden, weil er zum falschen Zeitpunkt an der falschen Stelle war, der Mörder habe ihn ganz bewusst getötet.
Beeindruckt hat mich der Vorsitzende Richter des Senats. Er beschrieb Rouven Laur als äußerst beliebten Polizisten, der immer den Rechtsstaat hochhalten wollte. Möglichen Kritikern, die im Vorfeld auch eine Sicherungsverwahrung gefordert hatten, stellte er eine Frage: "Wie hätte Rouven Laur entschieden?" Wir werden es nie erfahren, doch ich glaube: genau wie das Gericht.